Geschichte

Frühe Geschichte

 

Laos wurde in der Geschichte stark von externen Mächten beeinflusst, mit der geographisch äußerst ungünstigen Lage durch die zerklüfteten Landschaften, kann man eigentlich erst seit dem 20. Jahrhundert von Laos als einem Staat mit festen Außengrenzen sprechen. Bis zum 14. Jahrhundert war Laos in viele verschiedene Herrschaftsbereiche geteilt und stand unter wechselnder Herrschaft von Siam, Burma, China und dem Khmer Königreich im heutigen Kambodscha. Während des 14. Jahrhunderts formte Prinz Chao Fa Ngum das Königreich Lan Xang (Reich der eine Millionen Elefanten), welches sich über das heutige laotische Staatsgebiet bis nach Kambodscha ausdehnte. Lan Xang gilt bis heute als der Grundstein des laotischen Staates, da Chao Fa Ngum der erste war, der die laotischen Fürstentümer einigte und sich erfolgreich gegen fremde Mächte durchsetzen konnte. Über die Jahrhunderte konnte sich diese Monarchie halten, Lan Xang zerfiel jedoch Anfang des 18. Jahrhunderts in drei Teilreiche und war weiterhin Angriffen von Außen ausgesetzt. Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts war Laos vollständig von Siam besetzt.

 

Französische Kolonialzeit ab 1893

 

Nach der Niederlage der Siamesen gegen die französische Kolonialarmee änderten sich wieder die Herrschaftsverhältnisse. Zu Zeiten des europäischen Imperialismus wurde auch Laos 1893 ein weiteres Protektorat im Kolonialreich Frankreichs, mit Vietnam und Kambodscha bildete das Land die französische Kolonie Indochina. Anders als jedoch in Vietnam, hatten die Franzosen kein großes Interesse an Laos, nachdem sich der Mekong als Wasserweg nach China als nicht schiffbar aufgrund der vielen Wasserfälle erwies, fungierte Laos hauptsächlich als Pufferstaat gegenüber Siam, welches unter großen britischen Einfluss stand. Während des 2. Weltkriegs wurde Laos von Japan besetzt, nach der Kapitulation der Japaner 1945 erklärte Laos am 12.Oktober 1945 seine Unabhängigkeit, wurde aber bald wieder von Frankreich besetzt. In dieser Zeit bildete sich die laotische Unabhängigkeitsbewegung Lao Issara. 1949 wurden Laos seitens der Franzosen größere Freiheiten zugesprochen. Nach der militärischen Niederlage der Franzosen 1954 in Dien Bien Phu gegen den Vietminh gab Frankreich alle kolonialen Ansprüche in Indochina auf und Laos wurde vollständig unabhänig.

 

In Vientiane finden sich noch einige Gebäude aus der französischen Kolonialzeit, die teilweise renoviert wurden und jetzt als Hotels genutzt werden, oder wie hier sich in einem Charme des Verfalls präsentieren.

In Vientiane finden sich noch einige Gebäude aus der französischen Kolonialzeit, die teilweise renoviert wurden und jetzt als Hotels genutzt werden, oder wie hier sich in einem Charme des Verfalls präsentieren.

 

Unabhängigkeit und Bürgerkrieg

 

Damit endeten jedoch die Spannungen nicht, die Lao Issara hatte sich mittlerweile in drei Teile gespalten, unter anderem die kommunistischen Pathet Lao, was zu einem zunehmenden Bürgerkrieg führte. Mit dem aufkommenden Vietnamkrieg und der Präsenz der Amerikaner die durch ihr militärisches Engagement nach der Domino Theorie den wachsenden Kommunismus in den Staaten der Region eindämmen wollten, geriet auch Laos bald wieder unter externen Einfluss. Im Kampf gegen die kommunistischen Pathet Lao erhielt das Königreich Laos große Unterstützung seitens der USA, die auch mit massiven Flächenbombardements sowohl gegen Pathet Lao als auch nordvietnamnesische Einheiten vorging, deren Nachschubwege nach Südvietnam über den Ho-Chi-Minh Trail durch Laos liefen. Nach dem Ende des Vietnamkriegs 1973 und der Einigung Vietnams 1975, sowie dem Sieg der Roten Khmer 1975 in Kambodscha wurde auch in Laos am 2. Dezember 1975 durch die Pathet Lao die Demokratische Volksrepublik Laos ausgerufen. Somit endete die knapp 600-jährige Monarchie und Laos wurde als letzer der drei ehemaligen Staaten Indochinas kommunistisch, was zu einer großen Fluchtwelle von Anhängern der royalistischen Regierung nach Thailand aber auch in die USA und Australien führte. In diesen Ländern finden sich daher noch viele Exillaoten.

 

Den kommunistischen „Charme“ des Landes kann man am besten in den Museen der Hauptstadt betrachten, wie hier im Lao People's Army Museum, oder im Lao Revolutionary Museum. Ist im Alltäglichen kaum noch etwas vom Realsozialismus zu spüren, findet sich hier alles, was an UdSSR und Co. erinnert.

Den kommunistischen „Charme“ des Landes kann man am besten in den Museen der Hauptstadt betrachten, wie hier im Lao People’s Army Museum, oder im Lao Revolutionary Museum. Ist im Alltäglichen kaum noch etwas vom Realsozialismus zu spüren, findet sich hier alles, was an UdSSR und Co. erinnert.

 

Sozialismus ab 1975

 

Es folgte eine strikte Isolationspolitik, Enteignung von Privatbesitz und Landwirtschaft in Produktionsgenossenschaften, was neben wirtschaftlicher Stagnation auch zu einer Lebensmittelkrise führte. Im Zuge von Glasnost und Perestroika in der UdSSR, führte Mitte der 1980-er Jahre eine zunehmende politische Liberalisierung auch in Laos zur Verbesserung der Situation. Mit dem Ende des Kommunismus in Europa durch den Zusammenbruch der UdSSR Anfang der 1990-er Jahre brach zudem auch für Laos eine neue Zeit an, da die bisherigen Geberstaaten wegfielen. Eine Öffnung auch der westlichen Welt gegenüber führte zu zunehmenden Investitionen, dem Aufbau einer bisher noch kleinen Industrie und auch dem Anwachsen des Tourismus, einer immer wichtiger werdenden Einnahmequelle. 2015 feierte die Demokratische Volksrepublik Laos das 40-jährige Staatsjubiläum. Ähnlich wie in den Nachbarstaaten China und Vietnam wird sich auch in Laos die offiziell noch vorhandene Planwirtschaft weiter zu einem marktorientierten Wirtschaftssystem entwickeln, da erst die wirtschaftliche Liberalisierung zu einem wirklichen Aufschwung führte.

 

Plakativer Ausdruck des Wandels hin zur Moderne: Mercedes Cabrio neben Tuk-Tuk an der Promenade in Vientiane

Plakativer Ausdruck des Wandels hin zur Moderne: Mercedes Cabrio neben Tuk-Tuk an der Promenade in Vientiane

 

 

Quelle: Lambert, Tim (2015): A short history of Laos. In: http://www.localhistories.org/laos.html.