Laos – Von A bis Z

A wie ASEAN

Die ASEAN Staatengruppe, ein Verband süd-ost-asiatischer Staaten, wurde 1967 gegründet und kann gut mit der EU verglichen werden. Ähnlich wie in der EU hat sich die Zusammenarbeit über die Jahre immer weiter verstärkt.

2004 war Vientiane der Austragungsort für den jährlichen ASEAN Gipfel. Am Mekong Ufer in der Nähe des Stadtzentrums wurde deshalb eine riesige Hotel- und Konferenzanlage gebaut, um die Delegierten unterzubringen. Diese Gebäude bestimmen is heute das Stadtbild mit, obwohl die Hotels und Wohnanlagen so gut wie alle leer stehen.

2016 trat die Asian Economic Community (AEC), ein gemeinsamer Binnenmarkt der ASEAN Staaten, in dem auch gemeinsame Standards für Schulen in allen Mitgliedsländern beschlossen wurden, in Kraft. Die AEC wird somit wahrscheinlich einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Bildung in Laos haben.

 

Laotische Flagge und Hammer und Sichel Flagge in der Nähe des ASEAN Tagungsortes

Laotische Flagge und Hammer und Sichel Flagge in der Nähe des ASEAN Tagungsortes

 

B wie Buddhismus

Die große Mehrheit der Laoten bekennt sich zum Theravada-Buddhismus, der am weitesten verbreiteten buddhistischen Schule in Süd-Ost-Asien. Weitere Bestandteile sind aber auch noch vorbuddhistische Elemente, wie der Animismus und der Geisterglaube, die über die Jahrhunderte in ihm aufgegangen sind. Die Religion ist in Laos allgegenwärtig präsent, durch die Tempel (laot. Wat), die Mönche in ihren orangefarbenen Roben und auch durch die Geisterhäuschen (laot. Ho-Phi) vor vielen Häusern, auf denen kleine Opfergaben den Geistern gereicht werden.

(Quelle und für weitere Informationen: Deutsch-Laotische Gesellschaft )

 

 

C wie Children:

Laos ist wie viele andere Entwicklungsländer auch, ein sehr junges Land, über 50% der Bevölkerung sind unter 24 Jahren, die Kinder sind daher die Zukunft des Landes. Unsere Stiftung setzt sich deshalb dafür ein, dass diesen Kindern eine bessere Zukunft geboten werden kann. Reguläre staatliche Schulen bieten aber nur schlechte Bildungschancen und Privatschulen sind zu teuer für einen Großteil der Bevölkerung. Viele Kinder außerhalb der wenigen touristischen Orte, sind anfangs eher schüchtern Fremden gegenüber, sobald diese Scheu verloren ist aber umso herzlicher. Vor allem in den Schulen spürt man die große Lebensfreude, Neugier, Aufgeschlossenheit und den Spaß an so gut wie jedem Spiel untereinander und auch mit farangs (laotischer Ausdruck für Nicht-Asiaten, bedeutet so viel wie „Langnase“).

 

 

D wie Deutschland und Laos

Deutschland ist neben Frankreich wichtigster europäischer Handelspartner und gleichzeitig eines der bedeutendsten Geberländer für Laos. Wegen der engen Beziehungen zwischen der DDR und Laos, während dieser Zeit kamen viele Laoten zum Studium oder zur Ausbildung ins sozialistische Bruderland, konnte die Bundesrepublik ab 1990 auch daran anknüpfen. Die deutsche Botschaft in Vientiane war früher die der DDR, ebenfalls aus der Zeit stammt die Lao German Technical School, eine Hochschule die seit den 1960-er Jahren erfolgreich in technischen Berufen junge Laoten ausbildet und von deutscher Seite aus unterstützt wird. An der Universität gibt es außerdem Deutsch als Studiengang speziell für den Tourismus und Deutschland unterstützt die ländliche Entwicklung sowie Klima- und Umweltprojekte.

(Quelle und weitere Infos: Auswärtiges Amt )

 

 

E wie Elefanten

Laos ist auch bekannt als das Land der eine Millionen Elefanten, zwar hat sich die Zahl der wild lebenden Tiere in den letzten Jahrzehnten wegen der zunehmenden Rodung der Wälder immer weiter verringert, trotzdem werden sie immer noch als Arbeitselefanten in der Forstwirtschaft eingesetzt und sind Maschinen in den schwer zugänglichen Wäldern weit überlegen. Solche Elefanten sind wie ein Familienmitglied für ihre Treiber, sie pflegen ein enges Verhältnis zueinander, der Treiber muss sein Tier genau kennen um sicher mehrere Tonnen schwere Stämme im Wald zu bewegen. Daneben haben sie sich seit der Öffnung des Landes in den 1990-ern auch zu einer beliebten Touristenattraktion entwickelt, vor allem in und um Vang-Vieng und Luang Prabang gibt es viele Anbieter von Elephant Trekking.

 

 

F wie Frankreich

Ab 1893 gehörte Laos zusammen mit Vietnam und Kambodscha zur französischen Kolonie Indochina, bis es 1949 unabhängig wurde. Während dieser knapp 50 Jahre blieb der französische Einfluss gering, vereinzelt kann man ihn aber noch im Land sehen, an den Gebäuden im Kolonialstil, vor allem in Luang Prabang, daran dass manche Verwaltungen noch französisch benannt sind , wie das Energieministerium Electricite du Laos oder dem Weißbrot, dass man so gut wie überall kaufen kann, im Gegensatz zum Nachbarn Thailand. Vereinzelt wird man auch noch ältere Menschen treffen, die französisch sprechen weil sie in der Verwaltung mitgearbeitet haben. Wirtschaftlich war Laos aber nie sehr bedeutend für die Franzosen, die anfangs den Plan hatten eine schiffbare Verbindung den Mekong hinauf nach China zu finden, was jedoch an den vielen Stromschnellen und Wasserfällen scheiterte.

 

 

G wie Gemütlichkeit

Die Gemütlichkeit der Laoten ist charakteristisch für das Land, carpe diem scheint das Lebensmotto der meisten zu sein und auch der Staat sieht das so. Fällt ein staatlicher Feiertag auf einen Samstag oder Sonntag, so ist stattdessen der Tag vorher oder danach frei. Die Laoten gehen daher alles etwas langsamer an, von Hektik und Eile ist selten etwas zu sehen. Bedingt durch das ständig feucht-heiße Klima ist es aber auch gar nicht möglich so zu arbeiten, wie man es in Mitteleuropa gewohnt ist, vielmehr verteilt sich Arbeit immer auf den ganzen Tag, von morgens bis abends. Oder auch mal auf den nächsten.

 

 

H wie Hmong

Die Hmong stammen ursprünglich aus China und stellen die größte ethnische Minderheit hauptsächlich im Norden von Laos, aber auch in Myanmar, Thailand und Vietnam. Sie haben ihre kulturelle Identität weitestgehend erhalten, deswegen erkennt man sie auch leicht an ihrer Kleidung, meist schwarz mit vielen bunten Verzierungen, sowie einem charakteristischen Hut. Der größte Teil der Hmong lebt noch von der Landwirtschaft im bergigen Norden, wo sie Tee, Kaffee und Reis anbauen. Die Hmong gelten als sehr strebsam, sparsam, genügsam und lerneifrig. Lange Zeit war die Stellung der Hmong in Laos sehr schlecht, da sie während des Vietnamkriegs und dem anschließenden Bürgerkrieg in Laos gegen die Regierung kämpften, seit einigen Jahren hat sich das Verhältnis aber normalisiert.

 

 

 

I wie Infrastruktur

Laos verfügt zwar über ein landesweites Straßennetz, manche Teile davon verdienen aber den Namen „Straße“ (nach europäischen Maßstäben zumindest) nicht unbedingt. Alles dauert deswegen länger, für die knapp 400 Kilometer lange Fahrt von Vientiane nach Luang Prabang braucht man selbst mit einem modernen Reisebus etwa zehn bis zwölf Stunden. Vor allem in den bergigen Regionen im Norden braucht man viel Geduld, in der Regenzeit können schon einmal starke Schauer zu Erdrutschen führen, die dann einen Teil der Straße wegspülen. Gleichzeitig muss man auch im Verkehr vorsichtig sein, Überlandstraßen sind zwar nicht so stark befahren, dafür fahren teils schwer beladene LKWs umso schneller, oder Mopeds überholen vor 180 Grad Kurven. Im Stadtverkehr ist man als Nicht-Laote erst einmal ins kalte Wasser geworfen, es gibt zwar Ampeln und Schilder, meist zählt aber das Recht des Schnelleren. An diese Logik des Chaos muss man sich erst gewöhnen, irgendwann stellt sich das Gefühl für den Verkehr und Regeln von Deutschland nach Laos um und man wird Teil dieser quirligen Masse aus Rollerfahrern.

 

 

 

J wie Jackfruit

Die Jackfruit“ oder Jakobsfrucht, ist die wahrscheinlich spektakulärste Frucht die man in Laos finden wird. Sie wächst an Bäumen, kann aber ohne weiteres so groß und so schwer wie ein Medizinball werden, weswegen in öffentlichen Parks mit Schildern vor herabfallenden Früchten gewarnt wird. Sie wird in der süd- und süd-ost-asiatischen Küche verwendet, man kann sie aber auch roh essen, das Innere hat die Form von riesigen Maiskörnern und schmeckt schön süßlich.

 

 

 

K wie Khop Chai

Khop Chai bedeutet Danke, Khop Chai Lai Lai oder auch Kho Chai Deu ist eine besonders höfliche Form des Danks. Zusammen mit Sabaidee (Hallo) ist Khop Chai das Wort, das man als Tourist zuerst lernt. Bei großer Dankbarkeit faltet man die Hände vor der Brust und verbeugt sich, wenn man dem Gegenüber dankt. Eines der bekanntesten Restaurants in Vientiane heißt zudem auch Khop Chai Deu

 

 

 

L wie Luang Prabang

Luang Prabang ist die alte Königsstadt des Landes und war bis 1975 auch die Hauptstadt von Laos. Die Stadt liegt im malerischen und bergigen Norden direkt am Mekong, mit ihren vielen Tempeln und dem Charme der französischen Kolonialarchitektur ist sie einzigartig im ganzen Land. Seit 1995 gehört Luang Prabang zum UNESCO Weltkulturerbe und zieht damit jedes Jahr Tausende Touristen an, hier findet man die volle Bandbreite an Unterkünften, vom Backpacker Hostel bis zum Luxushotel, vom typisch asiatischen Streetfood bis französischen Feinschmecker Restaurant,  vom Elefantenritt bis zum Gibbon Experience, einer Baumhausanlage in den Wipfeln des tropischen Waldes, die nur mit langen Seilbahnen zu erreichen sind. Das Umland von Luang Prabang beeindruckt mit seiner Natürlichkeit und Unberührtheit, Kalksteinhöhlen und Wasserfälle sind beliebte Ausflugsziele.

 

 

 

M wie Mekong

Der Mekong, die Lebensader Süd-Ostasiens fließt auf der ganzen Länge des Landes durch Laos und bildet so größtenteils die natürliche Grenze zu Thailand im Westen, bis sich in das Delta Si Phan Don aufteilt und nach Kambodscha weiterfließt. Diese Gegend wird zur Trockenzeit auch Fourthousand Islands genannt wird, weil das fehlende Wasser viele tausende kleine Inseln freilegt, meist nicht mehr als ein Baum oder Strauch. Seine charakteristische braune Farbe erhält der in Tibet entspringende Fluss durch die mitgespülte Erde während der Monsunzeit, zwischen Juni und Oktober schwillt der Mekong auf eine enorme Größe an. Neben der großen Bedeutung für die Landwirtschaft sorgt der Mekong auch für das wirtschaftliche Wachstum, durch immer mehr Staudämme im Land gilt Laos mittlerweile als die Batterie Süd-Ost-Asiens, der aus Wasserkraft erzeugt Strom ist eines der Hauptexportprodukte des Landes, vor allem nach Thailand. Das mehr und mehr ausbleibende Wasser in den stromabwärts gelegenen Ländern Kambodscha und Vietnam sorgt aber für zunehmende Spannungen, die in Zukunft größer werden dürften.

 

 

N wie Natur

Laos bietet die unterschiedlichsten Landschaften, von dem bergig-kühlen Norden bis hin zum heißen und flachen Süden, am Delta des Mekong an der Grenze zu Kambodscha. Der höchste Berg ist der Phu Bia mit über 2800 Metern Höhe nördlich von Vientiane und auch sonst ist der Großteil des Landes vom Gebirge bestimmt. Deswegen sind viele Dörfer schwer zu erreichen, belohnt wird man aber mit atemberaubender und meist unberührter Natur. Besonders die Karststeinfelsen um Vang Vieng ziehen viele Touristen an, wer längere Zeit in Laos unterwegs ist wird seine eigenen natürlichen Wahrzeichen nach und nach entdecken, ein Abenteuer das den Reiz dieses wunderschönen Landes ausmacht!

 

 

O wie Obst und Gemüse

Weil es keine Jahreszeiten wie in Europa in Laos gibt, sondern nur Regen-und Trockenzeit und die Temperatur so gut wie nie niedriger als 15 Grad (außer im Hochgebirge) ist, ist auch das ganze Jahr über Saison für die unterschiedlichsten Obst- und Gemüsesorten. Ist zum Beispiel Melonensaison verladen die Bauern aus dem Umland von Vientiane ihre ganze Ernte auf Lastwägen, fahren in die Stadt und bleiben dort so lange, bis alles verkauft ist. Bananen kann man das ganze Jahr über frisch kaufen oder einfach selbst an Bananenstauden pflücken, sie sind kleiner als die aus Südamerika und man schmeckt, dass sie direkt vor Ort gewachsen sind. Auf den Märkten in den Städten findet man die ganze Vielfalt des Landes, von Kohl über Karotten, Kartoffeln, Tomaten, Chilis (höllisch scharf), Gurken, Limetten, Ananas, Durians und vieles mehr. Der Besuch eines Marktes ist immer ein Erlebnis und perfekt um die Laos und Asien kennen zu lernen.

 

 

P wie Pi Mai Lao

Pi Mai Lao, oder auch Wasserfest, ist nach dem laotischen Kalender das Neujahresfest vom 14.-16.April und die wohl größte Feierlichkeit im ganzen Jahr. In dieser Zeit ist das Land in einer Art euphorischen Ausnahmezustand. Man feiert in das neue Jahr hinein und wäscht sich das alte buchstäblich ab. Früher war das eher eine zeremonielle Geste, heute hat sich das zu einer landesweiten Wasserschlacht verwandelt, die Menschen feiern draußen an der Straße und bespritzen jeden der vorbei kommt mit Wasser. Das reicht von der kleinen Wasserpistole bis zu ganzen Wasserfässern. Aber Pi Mai Lao ist mehr als eine große Wasserschlacht, die meist für Touristen das sichtbarste ist. Das Neujahresfest ist wie bei uns auch eine Zeit mit Familie und Freunden und der guten Vorsätze. Viele Laoten nehmen sich die Zeit weit entfernte Verwandte zu besuchen. Im Vorfeld zu solchen Reisen und auch generell zu Pi Mai Lao findet daher eine Baci Zeremonie statt, in der man Glück und Gesundheit für die Reise und das neue Jahr erbittet. Die Feiertage isst und trinkt man zusammen, eigentlich wie in Deutschland während der Weihnachtsfeiertage.

 

 

Schüler in Ban Sikeud an Pi Mai Lao: Viele Menschen tragen an diesen Tagen knallbunte Sachen und vor allem die Kinder haben Spaß an den Wasserschlachten, was bei konstanten 35 Grad am Ende der Trockenzeit aber auch sehr wohltuend ist

Schüler in Ban Sikeud an Pi Mai Lao: Viele Menschen tragen an diesen Tagen knallbunte Sachen und vor allem die Kinder haben Spaß an den Wasserschlachten, was bei konstanten 35 Grad am Ende der Trockenzeit aber auch sehr wohltuend ist

 

Q wie Qualitätsware

Qualitativ sehr hochwertige und einzigartige Produkte aus Laos sind Holzarbeiten in allen Größen. Vor allem in Vientiane und Luang Prabang wird man einige Geschäfte finden, in denen man Elefantenstatuen, riesige Esstische, Vasen und vieles mehr aus massivem Holz kaufen kann. Vor allem die Schnitzereien aus dem Wurzelholz tropischer Bäume sind hier sehr beeindruckend, das Material hierfür sieht man oft, wenn man an neu erschlossenem Land für Bauplätze vorbeikommt.

 

 

 

R wie Reis

Reis ist, wie in ganz Süd-Ost-Asien das Hauptnahrungsmittel, man isst es zu jeder Tageszeit, daher ist Reis oder auch Suppe zum Frühstück auch ganz normal. Viele Laoten, auch die in Stadtnähe, bauen den Reis noch selbst auf ihren Feldern an, durch das permanent-warme Klima kann man ohne weiteres zweimal pro Jahr ernten. Gegessen wird meist der in Deutschland eher unbekannte Klebereis, der einfach mit den Fingern zu kleinen Bällchen geformt wird und ohne Besteck verzehrt wird. Analog zu den Brotzeitdosen bei uns, gibt es in Laos runde, aus Palmblättern geflochtene Körbe in allen Größen, in denen der Reis aufbewahrt wird.

 

 

S wie Sekap Takraw

Wahrscheinlich die beliebteste Sportart in Laos und eine der beliebtesten in Süd-Ostasien und vor allem für Nicht-Asiaten sehr beeindruckend. Sekap Takraw ist eine Mischung aus Fußballtennis mit Volleyballregeln, bei dem Spiel drei gegen drei muss jede Mannschaft nach maximal drei Kontakten den hohlen, etwa handballgroßen Ball aus einem Plastikgeflecht über das etwa 1,50 Meter hohe Netz bringen. Erlaubt sind alle Körperteile, außer den Armen, gespielt wird auf so gut wie jedem Untergrund, mal mit Schuhen, Flip Flops oder einfach barfuß. Das Spiel erfordert viel Geschicklichkeit, da der Ball nicht aus Materialien wie bei normalen Fußbällen ist, sondern aus einem weichen Plastikgeflecht (früher aus geflochtenen Weidenruten) braucht es einiges an Übung bis man den Dreh raus hat. Einfach mal bei youtube nach Sekap Takraw suchen, sich die Finalspiele von Turnieren zwischen asiatischen Mannschaften ansehen und die Action und Akrobatik der Spieler bewundern!

 

 

T wie Tradition und Moderne: Diese beiden Gegensätze verdeutlichen sich in Laos, vor allem in den Städten, allen voran Vientiane, immer mehr. Mit einem Wirtschaftswachstum von 7 bis 9% in den letzten Jahren zählt Laos zu den schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt, ein Wachstum, das sich vor allem an den wachsenden Gegensätzen offenbart. Ein knallrotes Mercedes Cabrio neben einem typischen Tuk-Tuk Motorradtaxi in einem sozialistischen Land zeigt plakativ das neue Laos. Nachdem das vorher stark isolierte Land sich ab den 1990-er Jahren mehr und mehr geöffnet hat und der Einfluss von außen größer wurde, kann man die Veränderung an jeder Straßenecke in Vientiane beobachten. Scheinbar überall wird gebaut, Autohäuser, Banken, Hotels, Restaurants und Kaufhäuser schießen aus dem Boden und erweckten Laos aus dem Dornröschenschlaf der letzten Jahrzehnte.

 

 

U wie UXO (Unexploded Ordnance)

Eines der traurigen Kapitel in der Geschichte von Laos ist der Vietnamkrieg von 1964-1973, zwar war Laos nie aktiver Teilnehmer an dem Konflikt, trotzdem hatte es massiv darunter zu leiden. Um den Nachschub von Nord- nach Südvietnam am so genannten Ho-Chi-Minh Pfad zu unterbrechen, der an der Grenze zwischen Laos und Vietnam lag, begann die US-Luftwaffe Laos zu bombardieren und weitete die Angriffe so aus, dass während des gesamten Zeitraums etwa 300 Millionen Sprengkörper über dem Land abgeworfen wurden, von denen man schätzt dass 80 Millionen als Blindgänger zurück blieben. Darunter haben vor allem die Menschen im Osten von Laos zu leiden, immer wieder tauchen größere Bomben und kleinere „bombies“ auf die Männer, Frauen und vor allem Kinder, die damit spielen töten oder verstümmeln. Dieser tödliche Bodenschatz bietet gleichzeitig eine makabere Einkommensquelle für die Bevölkerung, die mit einfachem Gerät danach suchen um den Schrott als Altmetall zu verkaufen. Überall im Land sieht man diese Überbleibsel, große Bombenbehälter werden zu Booten oder Futtertrögen für Tiere, kleinere Teile werden eingeschmolzen und zu Besteck oder Schmuck.

 

 

V wie Vientiane: Mit mehr als 350.000 Einwohnern ist Vientiane mit Abstand die größte Stadt des Landes. Seit der Revolution 1975 ist sie zugleich auch Hauptstadt und bildet deshalb das politische Zentrum des Landes. In der Stadt finden sich viele Ministerien, Botschaften und Museen, sowie der Präsidentenpalast, direkt neben Wat Sisaket und Wat Ho Pha Keo, zwei sehr gut erhaltenen Tempeln. Trotz der kommunistischen Machtübernahme 1975 ist die Religion bis heute noch von großer Bedeutung, so gibt es auch zwei Wahrzeichen von Vientiane. Zum einen das dem Arc de Triomphe in Paris nachempfundene Patuxai (laot. für Tor des Sieges), das an die Unabhängigkeit von Frankreich und die Machtübernahme 1975 erinnern soll. Und zum anderen das Pha That Luang (laot. für Große Stupa) eine buddhistische Stupa, das gleichzeitig das Nationalsymbol von Laos ist und auf allen Geldscheinen sowie dem Staatswappen zu finden ist.

 

 

W wie Währung

Die offizielle Währung im Land ist der Laotische kip, den es als Banknoten zu  500, 1000, 2000, 5000, 10.000, 20.000, 50.000 und 100.000 kip gibt. Zurzeit (August 2015) entspricht 1€ etwa 9.200 kip, hebt man also einmal 120€ am Geldautomaten ab, ist man schnell Millionär in Laos. Neue Autos kosten deshalb zwischen 200 und 400 Millionen kip, man muss als Europäer also in ganz unbekannten Dimensionen denken. Frisches Obst und Gemüse sind vergleichsweise billig, da so gut wie alles direkt im Land angebaut wird, zur Wassermelonensaison kann man Basketballgroße Melonen für 5000 kip kaufen, alle importierten Dinge sind dagegen teurer. Ein Liter Benzin kostet etwa 10.000 kip, eine große Flasche Beer Lao (640 ml) zwischen 5000 und 8000 kip.

 

 

 

X wie Xieng Khuan

Xieng Khuan oder auch Buddha Park genannt liegt etwa 25 km außerhalb von Vientiane und ist ein Park voller Betonstatuen aus der buddhistischen und auch hinduistischen Mythologie. Bei Einheimischen ein beliebtes Ausflugsziel, Touristen kommen eher selten und deshalb ist ein Besuch hier immer etwas Besonderes. 1958 wurde der Park von Mönchen gebaut und hat heute den Charme des Verfalls einer Tempelanlage aus einer anderen Zeit entwickelt. Direkt am Eingang steht ein dreistöckiges, Kürbisförmiges Gebäude, das mit den Stockwerken Hölle, Erde und Himmel symbolisiert. Wer durch die engen, staubigen Gänge im Inneren nach oben auf das Dach steigt kann vom Himmel aus den ganzen park überblicken. Beeindruckend ist auch die knapp 40 Meter lange Skulptur eines liegenden Buddhas, insgesamt findet man im Park an die 200 Skulpturen in den verschiedensten Größen.

 

 

Y wie Yao, Khamou, Akha

Laos hat trotz der nur knapp 7 Millionen Einwohner eine sehr große ethnische Vielfalt, etwa 50 verschiedene ethnische Gruppen leben in dem Land, auf einer Fläche die etwa 2/3 so groß ist wie Deutschland. Die Abgeschiedenheit vieler Regionen und einzelner Dörfer, vor allem im bergigen Norden und Osten des Landes führte dazu, dass Ethnien wie die Yao Khamou oder Akha, neben den Hmong die größten ethnischen Gruppen im Land, ihre Kultur und Lebensweise größtenteils erhalten haben. Laos ist ein Vielvölkerstaat, in dem neben Laotisch viele andere Sprachen gesprochen werden und nicht alle anderen Ethnien sprechen auch die Amtssprache Laotisch, was es vor allem in den Schulen schwierig macht, einen einheitlichen Unterricht abzuhalten.

 

Verschiedene ethnische Gruppen in der Provnz Phongsaly. Die Ethnien unterscheiden sich nicht nur durch Kleidung, sondern auch Sprache und Kultur Quelle: http://www.tourismlaos.info/phongsaly/Ethnic_Diversity.html

Verschiedene ethnische Gruppen in der Provnz Phongsaly. Die Ethnien unterscheiden sich nicht nur durch Kleidung, sondern auch Sprache und Kultur. Quelle

 

Z wie Zeremonie

Religiöse und feierliche Zeremonie gibt es viele in Laos, die bekannteste ist die Baci Zeremonie. Sie wird zu großen Festen wie Pi Mai Lao, bevorstehenden Ereignissen wie Hochzeiten oder vor dem Beginn einer großen Reise gefeiert. Die Teilnehmer sitzen oder knien dabei um eine Phakuane herum, eine Pyramide aus Bananenblättern gefaltet und mit Blumen verziert. An der Phakuane sind Schnüre befestigt, von denen jeder eine in die Hand nimmt, oft zusammen mit einem Räucherstäbchen. Als Opfergaben werden Speisen und Getränke neben der Phakuane aufgestellt, die Zeremonie wird von einem Ältesten oder Mönch geleitet, man betet zusammen für eine glückliche Ehe, ein gesundes Kind oder eine sichere Reise. Nach Ende des Gebets binden sich alle Teilnehmer gegenseitig kleine Armbändchen aus Baumwolle um die Hände und sprechen dem so Beschenkten ihre Glückwünsche aus. Es heißt, dass das Glück verschwindet sobald man die Armbändchen abschneidet, deshalb soll man sie so lange tragen, bis sie von selbst abfallen.

 

Baci Zeremonie mit den Ärzten aus Deutschland und den Lehrern der Mittelschule. Im Pokal steht die Phakuane

Baci Zeremonie mit den Ärzten aus Deutschland und den Lehrern der Mittelschule. Im Pokal steht die Phakuane