Laos

Mit nur knapp 6,9 Millionen Einwohnern auf einer Fläche die etwa 2/3 der der Bundesrepublik entspricht, ist Laos nicht nur eines der bevölkerungsärmsten Ländern Süd-Ost Asiens, sondern auch das einzige Binnenland in der Region. Trotz der geringen Einwohnerzahl hat Laos eine der größten ethnischen Vielfalten in ganz Asien zu bieten, in Laos finden sich 49 verschiedene Ethnien mit, je nach Klassifizierung zwischen 130 und 240 Untergruppen. Neben den Laoten, die den Großteil der Bevölkerung Laos ausmachen stellen beispielsweise Hmong, Yao, Akha und Khammou die größten anderen ethnischen Gruppen dar, die sich wiederum in viele Untergruppen aufteilen. Diese große Vielfalt hängt eng mit der Geographie des Landes zusammen, viele Dörfer sind schwer zu erreichen und bleiben daher auch im 21. Jahrhundert noch weitgehend isoliert.

 

Im Hochland um Luang Prabang herum

Im Hochland um Luang Prabang herum

 

Laos ist ein gebirgiges, vielerorts unerschlossenes, ursprüngliches und noch naturbelassenes Land und steht damit im Gegensatz zu den pulsierenden Nachbarstaaten Thailand, Vietnam oder China. Schon immer waren es diese Staaten, mit denen Laos enge Beziehungen pflegte, auch heute noch stellen sie die wichtigsten Wirtschaftspartner des Binnenlandes dar. Aufgrund der vielen Wasserkraftwerke am Mekong exportiert Laos einen Großteil der produzierten Energie hauptsächlich nach Thailand, weshalb Laos auch als die Batterie Süd-Ost Asiens bezeichnet wird. Hierbei entstehen leider auch ökologische Probleme, die zunehmenden Eingriffe in die Natur zeigen sich beispielsweise durch die starke Veränderung des Wasserstands bei den südlichen Nachbarn Kambodscha und Vietnam. Daneben werden in Laos, auch mehr und mehr von ausländischen Firmen, Rohstoffe wie Kupfer, Zinn und Gold abgebaut. Laos gilt als rohstoffreich doch viele Vorkommen wurden noch nicht erschlossen, weshalb das Wachstum des Rohstoffsektors in den nächsten Jahren großes Potential zur Industrialisierung des Landes hat. Trotz des wachsenden Industriesektors arbeiten fast 3/4 der Laoten aber noch in Klein- und Kleinstbetrieben in der Landwirtschaft, wo vor allem Reis, Tabak, Tee, verschiedene Obst- und Gemüsesorten und Kaffee angebaut werden.

 

Terassenreisfelder im Norden

Terassenreisfelder im Norden

 

Aufgrund des tropischen Klimas kann zwei Mal jährlich Reis aus Nassanbau geerntet werden. Die enge Bindung der Bevölkerung zur Landwirtschaft und die zwei Jahreszeiten sorgen hier für die Einteilung des Jahres; das  sich anders als in Europa in Regen- und Trockenzeit aufteilt. Von Mitte Mai bis Anfang September sorgt der Monsunregen für die nasse Jahreszeit, von September bis April regnet es dagegen kaum. Das laotische Neujahr Pi Mai Lao findet deshalb auch nicht am 31.12. statt, sondern mit dem Ende der Trockenzeit Mitte April. Gefeiert wird aber auch das europäische Neujahresfest, das Neujahrsfest der Hmong Anfang Dezember und das chinesische Neujahresfest Anfang Februar. Die Laoten sind daher für alle Arten von Festen zu begeistern, gemeinsames Beisammensein, Essen, Trinken und Musik mit Familie, Freunden und auch Fremden, denn Laoten sind sehr gastfreundlich, gehören einfach zu Laos. Neben dem weltlichen Festen gibt es jedoch noch viele weitere religiöse Feste, Laos ist wie die meisten anderen süd-ost asiatischen Ländern stark buddhistisch geprägt. In jedem Dorf stellt der Tempel wat das Zentrum des kulturellen Lebens dar und dient gleichzeitig als Aufnahmestätte für sozial Schwache wie alte Menschen ohne Angehörige.

 

Wat Ho Pha Keo in Vientiane: Im 16. Jahrhundert erbaut, mehrmals beschädigt und in den 1930-er Jahren wieder renoviert gilt er als einer der schönsten, da ursprünglichsten Tempel in Laos

Wat Ho Pha Keo in Vientiane: Im 16. Jahrhundert erbaut, mehrmals beschädigt und in den 1930-er Jahren wieder renoviert gilt er als einer der schönsten, da ursprünglichsten Tempel in Laos

 

Quellen:  CIA World Factbook (2015): East & Southeast Asia: Laos.  In: https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/la.html.